
Als „Koloss mit souligem Naturell““ betitelte ihn die Süddeutsche Zeitung und gestand seinem Hammond-Sound erstaunliche Variabilität und eine Eigenart zu, die nicht zu kopieren ist. Jermaine Landsberger ist zweifelsohne einer der auffälligsten unter den deutschsprachigen Virtuosen auf der Hammond B3. Beinflusst von den Phrasierungs-künste eines Michel Petrucciani, die Melodik eines Keith Jarrett und die harmonische Raffinesse eines Herbie Hancock legte er seinen Schwerpunkt aufs Modern Jazz-Fach, sein virtuoser Pianostil übertragen auf die erdig-bluesige Orgel ergibt eine hochexplosive Mischung, er definiert die Hammond B3 mit seinem eigenen Ton völlig neu.
Nun hat der Ausnahme-Tastenmann ein neues, illustres Kapitel seiner Karriere aufgeschlagen. Jermaine Landsberger ist vom renommierten Label Resonance Records aus L.A. unter Vertrag genommen worden, das von der Rising Jazz Stars Foundation betrieben wird. Für die Einspielung von „Gettin’ Blazed“, seinem Debüt bei den Amerikanern, brachte ihn das Resonance-Team mit keinem geringeren als Pat Martino zusammen, darüber hinaus mit Harvey Mason, James Genus und dem schwedischen Stargitarristen Andreas Öberg. Ein ebenso fulminantes Quartett wurde für die Live-Präsentation der CD zusammengestellt, das einige der besten Jazzer der gesamteuropäischen Szene vereinigt, Koryphäen aus Schweden, Frankreich und Italien.
Allen voran agiert an Jermaines Seite der auch auf der CD zu hörende Resonance-Kollege Andreas Öberg an der Gitarre: Der Stockholmer, der zunächst in seiner heimatlichen Szene Meriten verdiente, erfreut sich seit einigen Jahren enormer internationaler Nachfrage und Beliebtheit, insbesondere in den USA. Öbergs Credits reichen von Les Paul und Larry Coryell bis Eros Ramazotti, von Hank Jones bis Barbara Hendricks – alle setzen auf sein energiereiches, technisch brillantes und swingendes Spiel, das zudem von zahlreichen Awards dekoriert wurde.
Zur Topliga der Drummerszene Europas zählt André Ceccarelli, dessen stilistisches Spektrum sich von Big Bands über Modern Jazz bis zum Funk auffächert. Der Franzose kann u.a. auf Kollaborationen mit Stan Getz, Richard Galliano, Dee Dee Bridgewater und Tina Turner zurückblicken und erhielt schon 1998 den Great Jazz Award für sein Lebenswerk. Komplettiert wird das Quartett durch den italienischen Bassisten Davide Petrocca, der global für souveräne Bassfundamente sorgt, bislang schon bei Monty Alexander, Bireli Lagrene, Randy Brecker und Ernie Watts.
Der Vierer verspricht ein Repertoire aus Eigenkompositionen und Covers, etwa von Stevie Wonder, und die Spielfreude des prächtig aufeinander eingestimmten Teams zieht sich sowohl durch virtuose Uptempo-Nummern als auch durch tief empfundene, intensive Balladen. Die besondere Würze jedoch liefern die groovenden, funkigen Nummern, in denen Landsbergers Orgel der erdig-bluesige Star ist.